Skitourenwoche 2019 in Bivio

22. März 2019 / Martin Sonderegger

SAC Wildstrubel

16. März bis 22. März 2019 – Skitourenwoche Bivio (1769 müM)

Samstag, 16.03.2919 / Anreise

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Mit den ersten Sonnenstrahlen am Wildstrubel begann das Abenteuer „Skitourenwoche 2019 – SAC Wildstrubel“ um 7 Uhr auf dem Dorfplatz in Adelboden. Nach einer wie immer herzlichen Begrüssung (man kennt sich ja), wurde der gelbe Blitz aus Thörishaus beladen und die Reise konnte beginnen. Weitere SAC-ler stiegen in Achseten, Frutigen und Spiez zu. 18 Personen im Bus, genug Platz für alle. Peter und Markus chauffierten uns wie gewohnt angenehm und sicher nach Bivio. Nein, nicht einfach so. Den Café und Gipfeli Halt machten wir im Hotel Bahnhof in Giswil und den Mittagshalt legten wir im Hotel Schiffahrt (kein Schreibfehler, ist wirklich so angeschrieben) in Mols am Walensee ein. Unterwegs bestaunten wir wie die Rhätische Bahn die Brücke von Solis über die eindrückliche Albula Schlucht überquert. Um ca 15.45 Uhr kamen wir gut in Bivio an und konnten unsere Zimmer im Hotel Grischuna beziehen.

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Wir, das waren Ellie Duis, Susanne und Hansruedi Gempeler, Peter Hari, Jakob Jungen, Kläri und Gilgian Oester, Käthi Pieren, Regi und Fritz Reichen, Markus und Peter Schmid, Brigitt Schwabe, Martin Sonderegger, Monika und Markus Spori, Käthi und Fritz Willen.

Fotos: Martin / Käthi

Sonntag, 17.03.2019 / Piz Scalotta (2992 müM)

Lawinengefahrenstufe: 2 / mässig

Aufstieg: ca 1’300 m / ca 10 km (inkl Winterwanderweg Stalveder -Bivio)

Abfahrt: ca 1’300 m / ca 6 km

Wetter: Sonne und Wind

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Nach dem ausgiebigen Frühstück starteten wir im Skischulgelände direkt hinter unserem Hotel auf unsere erste Tour. Ziel Piz Scalotta. Bei schönstem Sonnenschein aber teils heftigen Windböen stiegen wir in einer guten Spur auf. Mit zwei kurzen Verpflegungshalten erreichten wir den Gipfel nach gut 4 Stunden. Nach kurzer Gipfelrast mit schönster Rundumsicht freuten wir uns auf die lange Abfahrt Richtung Marmorera. Über wenig verfahrene Hänge, die an Schneebeschaffenheit fast alles boten, erreichten wir die Postautohaltestelle Stalveder. In nützlicher Frist war ein Postauto zu erwarten. Also die Felle wieder auf die Latten und entlang dem gut präparierten Winterwanderweg gemütlich zurück nach Bivio.

weitere Bilder von: Brigitt / Martin / Käthi

Montag, 18.03.2019 / Roccabella (2730 müM)

Lawinengefahrenstufe: 3 / erheblich

Aufstieg: ca 1’000 m / ca 7 km

Abfahrt: ca 1’000 m / ca 6 km

Wetter: Schneetreiben und Wind während dem Aufstieg (in der Nacht fielen bereits ca 10 – 15 cm Neuschnee); Abfahrt leichte Bewölkung und windig.

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Wegen der unsicheren Wetterlage starteten wir erst um 9 Uhr wiederum ab dem Hotel. Ein paar Meter zu Fuss und dann stiegen wir ca 2 km dem Bach entlang Richtung Piz Roccabella auf. Ein starker Wind, durchsetzt mit Schneetreiben, begleitete uns. Einige kurze Aufhellungen gaben uns aber Hoffnung auf eine schöne Abfahrt bei guter Sicht. Mitten im Tal teilten sich die Spuren. Wir halten links und erreichen nach knapp 4 Stunden den Gipfel. Nach einer wiederum kurzen Rast fuhren wir in die frisch verschneiten Hänge. Obwohl vor uns bereits andere Tourengänger ihre Spuren gezogen hatten, fanden wir noch genügend unberührte Hänge vor, um auch unserer Muster in den Schnee zu ziehen. Auf der Talausfahrt kämpften wir gegen einen starken Gegenwind. Glücklich über den erlebten Skitag kehrten wir in unser Hotel zurück.

weitere Bilder: Brigitt / Martin / Käthi

Dienstag, 19.03.2019 / Piz dal Sasc (2720 müM)

Lawinengefahrenstufe: 2 / mässig

Aufstieg: ca 950 m / ca 9 km

Abfahrt: ca 930 m / ca 4 km

Wetter: Bivio bewölkt, leichter Schneefall, vom Gipfel bis ins Engadin sonnig.

https://flic.kr/p/2ehQPb7

Wegen der immer noch unsicheren Wetterlage diskutierten die Tourenleiter, ob sie vom ursprünglichen Plan Piz dal Sasc abweichen, und eine kürzere Alternativroute vorschlagen wollten. Zum Glück sind sie beim ursprünglichen Plan geblieben! Gestartet sind wir die ersten ca 2 km wie am Vortag, doch anstatt links Richtung Roccabella abzuzweigen, stiegen wir das langgezogene Tal weiter Richtung Pass Lunghin auf. Je weiter hinten im Tal wir waren, desto besser wurde das Wetter. Die ersten vereinzelten Sonnenstrahlen liessen uns merken, welche Kraft die Sonne im März doch schon hat. Als der Pass in Sicht war, zeigte sich der Himmel über dem Engadin bereits stahlblau. Von der Passhöhe rechts weg und die letzten 100 Höhenmeter zum Gipfel. Eine fantastische Aussicht auf die Bündner Bergwelt entschädigte uns für den langen Aufstieg. Diverse Gruppen, die auch auf dem Gipfel waren, fuhren entlang der Aufstiegsspur wieder Richtung Bivio. Wir wählten die Abfahrtsroute Richtung Engadin. Völlig unberührte Pulverschneehänge waren mehr als die Rechtfertigung für diese Routenwahl. Strahlender Sonnenschein und angenehm warme Temperaturen machten die Abfahrt zum Genuss für alle. In Maloja angekommen mussten wir keine 5 Minuten auf den Bus warten, der uns nach St Moritz brachte. Dort steigen wir ins Postauto, das uns über den Julierpass wieder zurück nach Bivio fuhr. In der Sauna, beim Apéro und während dem Nachtessen gab dieser unvergessliche Skitag genügend Diskussionsstoff.

weitere Bilder: Brigitt / Martin / Käthi

Mittwoch, 20.03.2019 / Piz Campagnung (2825 müM)

Lawinengefahrenstufe: 2 / mässig

Aufstieg: ca 800 m / ca 5.5 km

Abfahrt: ca 1’050 m / ca 5 km

Wetter: Sonne pur

https://flic.kr/p/2dZUpf6
https://flic.kr/p/RCp2gF

Für die heutige Tour starteten wir zum ersten Mal Richtung Julier mit unserem Bus. Unterhalb des Ospizio La Vedute stellen wir den Bus auf dem Parkplatz ab. Von dort aus ging es los Richtung Piz Campagnun. Bei strahlendem Sonnenschein und praktisch ohne Wind steigen wir durch das Agnel Tal auf. An den schneefreien Sonnenhängen weidete ein Rudel Gämsen. Der Aufstieg war einfach ein Genuss. Nach kurzer Rast erreichten wir den Sattel Pt 2782. Die Verhältnisse waren aber so gut und die Teilnehmer so gut im Schuss, dass wir den nördlich gelegen, namenlosen Gipfel (Pt 3000) auch noch bestiegen. Jakob Jungen hätte sich keinen schöneren Tag aussuchen können, um seinen Geburtstag zu feiern. Mit einem kräftigen „Happy Birthday“ gesungen vom Chor des SAC Wildstrubel wurde er auf dem Gipfel empfangen. Nach einigen Geburtstagsfotos und einem weiteren Ständchen für Kobi machten wir uns für die Abfahrt bereit. Auch heute wählten unsere Tourenleiter nicht die Standard Abfahrtsvariante zurück zum Bus, sondern fuhren kurz nach dem Gipfel Richtung Nord-Westen in das Natons Tal ab. Wiederum praktisch unverfahrene Pulverschneehänge belohnten uns für den Aufstieg. Der Übergang in schönen Frühlingssulz geschah nahtlos. Beste Verhältnisse vom Gipfel bis nach Marmorera. In Marmorera wurden wir in der Besenbeiz „La Marmotta“ bereits erwartet. Verschiedene Kuchen und allerlei Getränke standen für uns bereit. Nach dem Genuss dieser Köstlichkeiten ging es zurück nach Bivio. Die Mehrzahl der Teilnehmer mit den Skis über den Winterwanderweg und einige mit dem Postauto. Fast gleichzeitig trafen wir uns dann in Bivio wieder. Peter und Markus fuhren anschliessend mit dem Auto des Hoteliers noch einmal Richtung Passhöhe um unseren Bus wieder zurück zu holen. So endete ein weiterer wunderschöner Tag unserer Tourenwoche.

weitere Bilder: Brigitt / Martin / Käthi

Donnerstag, 21.03.2019 / Corn Chamuotsch (3016 müM)

Lawinengefahrenstufe: 2 / mässig

Aufstieg: ca 800 m / ca 6 km

Abfahrt: ca 1’100 m / ca 6 km

Wetter: Sonne pur

Erneut starteten wir mit dem Bus Richtung Julierpass. Heute parkierten wir aber auf der Passhöhe. Nach einer kurzen Abfahrt Richtung Alp Güglia montierten wir die Felle am Eingang der Valletta del Güglia. Unter stetiger Beobachtung einer wachsamen Gämse steigen wir Richtung Fuorcla Güglia auf. Oben angekommen ging es rechts den Steilhang in mehreren Spitzkehren hinauf zum Gipfel des Corn Chamuotsch. Kurz unter dem felsigen Gipfel errichteten wir das Skidepot und stiegen die letzten Meter zu Fuss zum Gipfel auf. Die herrliche Aussicht und das warme Wetter belohnten uns auch heute für die Anstrengungen. Nach der Gipfelrast fuhren wir über die Fuorcla Güglia ins Suvretta da San Murezzan Tal ab. Auch heute wieder leichter Pulverschnee in den hoch gelegenen Hängen gefolgt von Sulz je näher wir an St Moritz heran fuhren. Nach kurzem Fussmarsch durch ein Villenviertel nutzten wir die Sesselbahn nach Randolins um dann auf die Pisten der Signalbahn zu traversieren. Von der Bergstation der Signalbahn über die Piste 28 hinunter an die Talstation an der Landstrasse. Von St Moritz aus gings wiederum mit dem Postauto zurück nach Bivio. Ein weiterer herrlicher Tag wird uns in bester Erinnerung bleiben.

Bilder: diverse Fotographen / Martin / Käthi

Freitag, 22.03.2019 / Piz Columban (2847 müM)

Lawinengefahrenstufe: 2 / mässig

Aufstieg: ca 400 m / ca 4 km

Abfahrt: ca 1’100 m / ca 7 km

Wetter: Sonne pur

https://flic.kr/p/RCoY9D
 

Alles hat ein Ende, so auch unsere Tourenwoche. Käthi und Fritz Willen reisten am Morgen individuell ab. Wir machen noch eine Genusstour auf den Piz Columban. Mit den Skiliften liessen wir uns bis auf ca 2’500 müM hochziehen. Nach dem Lift fuhren wir zu Beginn wieder über einen unberührten Pulverschneehang ab, um anschliessend den Gipfelaufstieg unter die Felle zu nehmen. Begleitet wurden wir von Simon, einem ortskundigen Schwarzenburger, der in Bivio seit Jahren eine Ferienwohnung besitzt. Auf dem Gipfel angekommen, genossen wir die herrliche Rundumsicht auf die Gipfel, die wir während den letzten 5 Tagen bestiegen hatten. Auch der Blick auf das Dörfchen Juf war eindrücklich. Die letzte Abfahrt dieser Woche war den kurzen Aufstieg mehr als wert. Pulver unter dem Gipfel, Sulz auf der Talausfahrt. Das Tüpfchen auf dem i war sicher das letzte Felsband, das wir durch ein langes und steiles Couloir durchquerten. Die letzten Meter fuhren wir dann noch über die Piste wieder zurück nach Bivio. Tenuewechsel, Gepäck und Skis verladen und los gings Richtung Adelboden. Im Fumoir des Hotels Bahnhof in Giswil gabs noch einen feinen Znacht und gegen 21.30 Uhr erreichten wir Adelboden.

weitere Bilder: Brigitt / Martin / Käthi

Unser grosser Dank geht an die beiden Tourenleiter Fritz Willen und Peter Schmid, welche uns dank viel Erfahrung und umsichtiger Planung sicher auf die Gipfel und auch wieder hinunter ins Tal führten. Ebenfalls herzlich danken wir für die sichere und angenehme Fahrt mit dem Saurer. Peter und Markus, unsere beiden „Schaffeure“ haben einmal mehr einen ausgezeichneten Job gemacht.

Die Skitourenwoche 2019 in Bivio wird uns allen in bester Erinnerung bleiben.

weitere Fotos von der ganzen Woche und verschiedenen Fotographen

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