Datum Samstag/Sonntag, 19./20. September 2026
Tourenbericht
Zwei starke Tage über Saas-Grund mit VIP Urs

Am frühen Samstagmorgen führte mich und Urs Germann die Reise nach Saas-Grund. Mit der Bahn ging's hinauf zum Kreuzboden – und von dort ohne langes Einlaufen direkt Richtung Einstieg der Klettertour Jegigrat.

Eine schöne, abwechslungsreiche Klettertour, die uns gleich ordentlich forderte. Keine Bohrhaken, nur gelegte Keile, Friends und Schlingen waren unsere Lebensversicherung. So war Langeweile kein Thema in dieser gewaltigen Walliser Bergwelt. Die Stunden vergingen schnell, die Beine wurden etwas schwerer und der Durst grösser. Nach rund neun Stunden ab Kreuzboden – Jegigrat - erreichten wir schliesslich die Hohsaashütte.

Ein cooler erster Tag – die perfekte Einstimmung auf das eigentliche Ziel am Sonntag: den Lagginhorn-Südgrat.

Die Nacht war kurz. Um 05.30 Uhr verliessen wir die Hohsaashütte und machten uns im Licht der Stirnlampen auf den Weg über den Geissrücken Richtung Lagginjoch. Vor uns lagen hervorragende Verhältnisse und ein langer, eindrücklicher Grat hinauf auf über 4'000 Meter.

Wir waren nicht allein unterwegs. Insgesamt sechs Seilschaften hatten an diesem Morgen dasselbe Ziel. Als letzte Seilschaft stiegen wir bei Sonnenaufgang in den Südgrat ein.
Das Zusammenspiel mit Urs funktionierte: Einer wusste, was der andere machte, die Abläufe passten und wir kamen zügig voran. Kein unnötiger Stress, aber immer «bizzi uf Rückä haa» war unser Motto. Teamwork zahlt sich am Berg aus.

Um 10.30 Uhr standen wir auf dem 4'010 Meter hohen Lagginhorn – als erste der sechs Seilschaften, obwohl wir als letzte in den Grat eingestiegen waren. Suber Urs, ein starker Moment.

Nach dem Gipfelglück wartete natürlich noch der Abstieg. Auch dort lief alles rund, und um 13.15 Uhr standen wir bereits wieder beim Kreuzboden.

Neun Stunden Jegigrat am ersten Tag, am zweiten Tag über den Südgrat aufs Lagginhorn, top Bedingungen und ein eingespieltes Team,
Und am Kreuzboden? Da musste nichts mehr optimiert werden. Das Bier war verdient - Prost!

Ein intensives, wunderschönes Bergwochenende, das in Erinnerung bleiben wird.

Bericht: Simon Sarbach
SAC Sektion Wildstrubel
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