Lyskamm Ost via Cresta Sella 4532 m
| Datum | Samstag/Sonntag, 22./23.08. 2026 |
| Teilnehmer | 6 |
| Angemeldet | 6 |
| Tourenbericht Bei wunderschönstem Wetter machten wir uns am 22. August auf den Weg ins Aostatal nach Gressoney-La-Trinité / Stafal. Bei einem Zwischenhalt auf dem Grossen St. Bernhard gönnten wir uns ein Picknick und einen Kaffee und genossen das herrliche Wetter und die Aussicht. Von Stafal ging es mit der Bahn hinauf Richtung Punta Indren. Nach der langen Autofahrt hiess es nun, die Beine wieder in Bewegung zu bringen. Mit viel Einsatz und zügigem Tempo marschierten wir zur Gnifettihütte, vorbei an der Mantova-Hütte, froh, unser Tagesziel erreicht zu haben. Auf der Gnifettihütte erwartete uns zum Nachtessen ein feines Viergangmenü: Suppe, Pasta, heisse Platte mit Kartoffeln und Plätzli und zum Abschluss Glace. Ein exklusives Hüttenessen, das die Energiespeicher für den kommenden Tag definitiv auffüllte. Wir erlebten einen wunderschönen Sonnenuntergang und später einen stimmungsvollen Mond über den Bergen. Nach einer Nacht auf der Gnifettihütte ging es früh am nächsten Morgen los. Noch im Dunkeln, mit Stirnlampen, machten wir uns auf den Weg Richtung Lysjoch. Die Morgenstimmung war fantastisch. Nach und nach wurde es heller und die ersten Sonnenstrahlen tauchten die umliegenden Gipfel in ein unglaubliches Licht. Bis zum Lysjoch waren wir alle gemeinsam am langen Seil unterwegs, mit Steigeisen an den Füssen. Auf dem Joch blies ein unangenehmer Wind und es war recht kühl. Doch die Bedingungen schienen zunächst gut. Am Anfang zum Ostgrat teilten wir uns in Zweier-Seilschaften auf. Dann zeigte sich allerdings bald, dass die Verhältnisse deutlich anspruchsvoller waren als erwartet. Rund 40 Zentimeter verwehter Neuschnee bedeckten den Grat. Eine Spur war nicht vorhanden. Für jeden Tritt musste der Schnee mit dem Pickel weggeschlagen und ein sicherer Stand geschaffen werden. Das kostete viel Kraft und Zeit. So kamen wir nur mit mässigem Tempo vorwärts. Als wir den Punkt 4332 m „Cima di Scoperta“ erreichten, mussten wir deshalb eine Entscheidung treffen. In unserer Gruppenkonstellation hätten wir für den weiteren Weg zu viel Zeit benötigt. Wir entschieden uns für die Umkehr. Auch wenn der Lyskamm-Ostgipfel damit an diesem Tag nicht erreichbar war, wollten wir den Tag nicht einfach mit einer Umkehr beenden. Als schöne Alternative bestiegen wir noch die Ludwigshöhe mit 4341 m. Damit standen wir an diesem Wochenende doch auf zwei Viertausendern. Der Abstieg führte uns über den Lysgletscher zurück. Wieder ging es am langen Seil über den Gletscher. Nach den anspruchsvollen Stunden am Grat waren wir froh, wieder sicher Richtung Tal unterwegs zu sein. Bei der Bahn mussten wir anschliessend noch etwa eine Stunde warten, da die Italiener Siesta machten, also machten wir es auch…😊 Weiter unten dann bei der Zwischenstation auf Gabiet, kehrten wir im Restaurant Adler's Nest ein und genossen Kuchen und Kaffee – begleitet von poppigem Sound. Danach begann die Heimfahrt durch das lange Lys-Tal ins Aostatal. Über den Grossen St. Bernhard zurück in die Schweiz ging es schliesslich wieder nach Hause. Der Lyskamm-Ostgipfel blieb uns diesmal verwehrt. Angesichts des Neuschnees und des hohen Zeitaufwands war die Umkehr jedoch die richtige Entscheidung. Dafür konnten wir mit der Ludwigshöhe einen weiteren Viertausender mitnehmen und vor allem zwei wunderschöne Tage in einer beeindruckenden Hochgebirgslandschaft erleben. Ein Wochenende mit Traumwetter, fantastischer Morgenstimmung, anspruchsvollen Verhältnissen, zwei Viertausendern und vielen schönen gemeinsamen Momenten – und ein guter Grund, dem Lyskamm irgendwann wieder einen Besuch abzustatten. |
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SAC Sektion Wildstrubel
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