Datum Dienstag/Mittwoch, 14./15. Juli 2026
Teilnehmer 6
Angemeldet 6
 
Tourenbericht
Am Dienstagmorgen treffen sich nadisnah im 7ni Poschi, am Bahnhof Frutigen und am Bahnhof St. Niklaus Ursi, Hanspeter, Vreni, Mädi, Brigitt, um Tourenleiterin Ruth, welche eine vielversprechende zwei-Tageswanderung für uns ausgesucht hat.
Nun lassen wir uns die ersten rund 800Hm bequem mit dem Jungu Bähndli in die Höhe befördern. Im malerischen Dörfli Jungu gönnen wir uns erst mal einen Kaffee im schmucken Restauräntli, bevor wir uns auf den langen Aufstieg Richtung Augstbordpass machen.

Nun geht es zügig, gutgelaunt und gsprächig, zuerst durch Lärchen und Arvenwald entlang uralten Trockensteinmauern, danach vorbei an Felswänden und über grosse Blocksteine das karge Augstbord-Täli hinauf. Oben am Pass weht ein starker Wind, und wir suchen uns ein hilbes Plätzli zur Mittagsrast. Von hier aus können wir uns auch schon einen guten Überblick auf das idyllische Turtmanntal und die morgige Etappe hinüber zum Meidpass verschaffen. Nun geht’s weiter, wieder bergab, gemächlich und flott hinunter bis nach Gruben, wo wir in der gemütlichen Gartenlounge im Hotel Schwarzhorn mit einem wohlverdienten Getränk unseren Durst löschen, und unsere strapazierten Füsse auslüften können.

Nach dem Zimmerbezug des Massenlagers im obersten Stockwerk gönnen wir uns eine Dusche, und schon ist es Zeit zum Znacht. Das Essen ist ein Genuss und richtig fein! Nach der abendlichen Dorfbesichtigung mit Füsse kühlen im Bach für die, welche das für einen möglichst guten Schlaf brauchen, und einem Espresso auf der schmucken Gartenterrasse legen wir uns schlafen.

Um sechs Uhr klingelt der Wecker, welcher uns aus unseren schönsten Träumen holt, und schon kurzum sind wir bereit fürs Zmorge, die Rucksäcke sind gepackt und bereit für den baldigen Abmarsch. Wir haben heute eine lange Etappe vor uns. Der Wetterbericht redet von Gewittern, je nachdem werden wir unsere Route noch anpassen müssen. Der Wunsch, es zunächst bis zum Hotel Weisshorn zu schaffen, peilen wir an. Bei angenehmen Temperaturen gewinnen wir schnell an Höhe, und schon bald sind wir aus dem Wald im offenen Gelände und wandern vorbei an den urchigen, modernisierten Hütten von Unter und Ober Stafil, früher Alp- und heute Ferienhäuschen. Der Blick schweift rundherum, Pläne für nächste Touren werden geschmiedet... Turtmannhütte, Barrhörner, Bishorn, die Tracuithütte versteckt sich schon hinter dem markanten Meidhoru.

Trotz des trockenen Sommers hat es noch einige Seelein, das grösste unter ihnen ist der beachtliche Meidsee, schön eingebettet in der lieblichen Landschaft. Auch hier weht ein frischer Wind, und ans baden will keiner denken. Der Meidpass ist in Sichtweite, es wird steiler, und schliesslich sind wir oben. Höchster Punkt unserer Etappe, 2789m. Wir geniessen den Blick hinunter ins Val d'Anniviers, hinüber zu Gipfeln und Graten, welche wir schon bestiegen haben, oder es noch zu tun gedenken, die Ideen gehen nie aus. Im Westen hat es zunehmend schwarze Gewitterwolken, beim Hinunterwandern ziehen drüben über den Berner Alpen wie Wildhorn und Wildstrubel erste Gewitter vorüber. Aber wir sind uns einig, beim Hotel Weisshorn entscheiden wir uns über den weiteren Weg.

Dort angekommen, setzen wir uns in die Gartenbeiz. Dort treffen wir zufällig auf Beat, welcher seine Frau mit seiner plötzlichen Anwesenheit ziemlich überrascht. Nicht alle scheinen Überraschungen gleichsam zu mögen, hat sich beim Gespräch mit dem neulich Hüftoperierten Testwanderer herausgestellt, aber trotzdem überwiegt die Freude. Wir möchten nicht zu lange verweilen, denn die Wolken und Schauer ringsum nehmen zu. Nach einigem Diskutieren entscheiden wir uns für den direkteren Weg hinunter nach Ayer, statt nach dem entfernteren Zinal zu wandern. Diese Entscheidung hat sich bewährt, trotzdem hat das Gewitter uns noch kurz erwischt, und wie auf Eiern erreichten wir Ayer. Wir sind froh, dass wir bis zum nächsten Bus noch ins trockene Restaurant fliehen können. Die Wirtin sagte uns, dass die Strasse wegen Bauarbeiten gesperrt sei, und wir stellten uns auf eine Busfahrt mit einer länger dauernden Umleitungsfahrt über Grimentz ein. Stattdessen kam ein Kleinbus, die Chauffeurin nahm uns „zufällig“ mit, wie sie sagte… das bleibt ein Rätsel… Dieser Kleinbus brachte uns durch enge Gassen und schmale Strassen rechtzeitig nach Vissoie, dort waren wir dann rechtzeitig für die planmässige Heimfahrt mit Bus und Zug.

Danke Ruth für die Organisation dieser schönen Wandertage und allen Teilnehmern für die zwei tollen und überaus interessanten Tagen.

Bericht: Mädi Lauber
SAC Sektion Wildstrubel
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